Fragen zum Ablauf

Wie läuft die kieferorthopädische Beratung bis hin zum Einsetzten der ersten Apparatur ab?


1. Termin: Beratung

Der erste Termin dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Wir fragen nach Ihren Vorstellungen, Wünschen und Erwartungen und untersuchen dann Ihre Zähne, Zahn- und Kieferstellung sowie die Funktion Ihres Kauapparates. Danach besprechen wir den Befund mit Ihnen (und Ihrem Kind) und machen Vorschläge für eine Behandlung. Weitere Unterlagen wie Röntgenbilder, Fotos oder Kiefermodelle werden bei einem separaten Termin erstellt oder sie werden vom Hauszahnarzt angefordert soweit vorhanden. Sollten Sie sich unsicher sein, ist ein zweiter Beratungstermin ratsam. Zu diesem zweiten Termin dürfen Sie gerne eine weitere Person mitbringen, mit der Sie sich zu Hause noch einmal austauschen und beraten können. In der ersten Sitzung können Sie Folgendes erwarten:

Wir erklären die Hauptprobleme, schätzen die Behandlungsnotwendigkeit ab, zeigen auf, was passiert, wenn man nichts macht, beschreiben ungefähr die Behandlungsmittel und die Behandlungsdauer.

Die erste kieferorthopädische Beratung ist entscheidend dafür, ob Sie eine aufwendige Behandlung vornehmen lassen oder sich nicht dazu entschliessen, weil Sie beispielsweise erfahren, dass eine offensichtliche Ungleichmäßigkeit der Zahnstellung aus gesundheitlichen Aspekten belanglos ist. Ebenso kann umgekehrt eine für den Laien unsichtbare Zahnstellungsanomalie später zu schwerwiegenden Problemen am Kauapparat führen.

Falls Sie sich für eine Behandlung entscheiden sollten, werden diagnostische Unterlagen über die Zahnstellung und den Gesichtsaufbau erstellt. Diese Unterlagen dienen der genauen Problemanalyse, Behandlungsplanung und der Dokumentation. Anschließend ist es möglich, die anstehende Behandlung genauer zu besprechen und Sie bekommen einen Kostenvoranschlag unterbreitet.

2. Termin: Erstellung diagnostischer Unterlagen

Kieferorthopädische Modelle

Mit Hilfe der Abformungen / Abdrücke werden Gipsmodelle hergestellt, die die dreidimensionale Situation der Zahn- und Kieferbeziehungen im Mund des Patienten exakt wiedergeben. Um eine Abformung herzustellen wird ein Abformlöffel mit einer Präzisionsabformmasse gefüllt und anschließend auf die Zähne des Patienten gesetzt. Nach einer Minute erhärtet die Abformmasse und der Löffel wird aus dem Mund wieder entfernt. Daraufhin wird der derart präparierte Löffel - nach einem Desinfektionsbad ̶ im Labor mit einem speziell für die Zahnheilkunde entwickelten Gips ausgegossen. Anhand der Modelle können die Kiefer dreidimensional betrachtet werden und bilden zusammen mit den anderen Vermessungen die Arbeitsgrundlage für die Analyse und Diagnoseerstellung der Zahn- und Kieferfehlstellungen. So ermöglicht beispielsweise die Vermessung der einzelnen Zahnbreiten an den Gipsmodellen des Ober- und Unterkiefers eine Beurteilung des zur Verfügung stehenden Platzangebotes im Zahnbogen. Zusätzlich dienen einige dieser Modelle auch als Vorlage zur Erstellung von herausnehmbaren, kieferorthopädischen Geräten, die sich ganz individuell der Situation im Mund des Patienten anpassen.

Digitale Fotoanalyse

Profil- und Enface-Fotos des Gesichts sind für das Studium der Profil- und Lachlinie und für ästhetische Überlegungen erforderlich, da die Veränderungen der Zahnstellung im Frontzahnbereich auch Einfluss auf das Lippen- und Gesichtsprofil mit sich bringen. Zu Beginn der Behandlung werden vom Patienten mit einer hochauflösenden, digitalen Fotokamera Fotostat-Aufnahmen vom Gesicht, Profil und den Zähnen erstellt und am Computer ausgewertet. Die Fotos werden vom aufrecht sitzenden Patienten in ungezwungener Lippenhaltung angefertigt. Mit Hilfe der digitalen Fotoanalyse werden das Gesichtsprofil, der Lippenverlauf, die Lachlinie und Gesichtsasymmetrien (z. B. Nasen- und Kinnabweichungen) bewertet.

Digitales Röntgen

In unserer Praxis werden Röntgenbilder mit einem hochmodernen digitalen Röntgengerät erstellt. Durch sein neuartiges Aufnahmeverfahren weist es eine deutlich geringere Strahlenbelastung für den Patienten auf, als herkömmliche, konventionelle Röntgengeräte. Die Röntgenaufnahmen erscheinen nach dem Abscannvorgang des Patientenkopfs innerhalb weniger Sekunden auf einem Computerbildschirm, an dem sie sofort beurteilt und mit Hilfe von computerunterstützten Diagnoseprogrammen präzise ausgewertet werden können. Diese Technologie verzichtet weitgehenden auf die üblichen Verbrauchsmaterialien, wie Filme, Verpackungen, Bleifolien, Entwicklungschemikalien usw., sodass es sich neben der Strahlenreduktion und den diagnostischen Vorteilen auch um eine umweltfreundlichere Art der Röntgenbildgebung handelt, die Patient, Fachpersonal und Umwelt schont.

  • Digitales Röntgen - Panoramaschichtaufnahme (OPT)
    Diese Art des Röntgenbildes ist eine Übersichtsaufnahme aller Zähne, Kiefer und Kiefergelenke. Sie dient als Grundlage zur Erkennung und Beurteilung von Nichtanlagen bzw. überzähligen Zahnanlagen, verlagerten Zähnen, Weisheitszähnen und krankhaften Veränderungen des Knochens, der Kiefergelenke, der Zahnwurzeln und der Kieferhöhle. Die daraus abgeleiteten diagnostischen Erkenntnisse stellen mitunter die Weichen für das weitere therapeutische Vorgehen des Kieferorthopäden.
  • Digitales Röntgen - Fernröntgenseitenbild (FRS)
    Das Fernröntgenseitenbild gibt dem Kieferorthopäden Aufschluss über die Art der Kiefereinlagerung im Gesichtsschädel des Patienten, zeigt die Achsenneigung der Frontzahnwurzeln und gibt zudem Hinweise über die Wachstumsrichtung des Ober- bzw. Unterkiefers. Durch eine Darstellung der anatomischen Gegebenheiten, die durch Winkel und Strecken computerunterstützt ergänzt werden, ist es möglich wichtige Schlüsse für die Behandlungsplanung zu ziehen.
  • Digitales Röntgen - Handwurzelaufnahme (HWA)

Um den günstigsten Zeitpunkt zur Kieferumformung zu bestimmen ist es bei einzelnen Patienten notwendig, das genaue Knochenwachstumsstadium zu ermitteln. Da das Wachstum des Schädels weitgehend dem des Körpers folgt, erlaubt die Handwurzelaufnahme eine Aussage über die Wachstumssituation des Patienten und das noch zu erwartende Wachstumspotential, sodass die kieferorthopädischen Maßnahmen auch jeweils zum individuell richtigen Zeitpunkt erfolgen können.

Funktionsanalyse. Bei Kiefergelenksbeschwerden, Verspannungen der Kaumuskulatur, bei Gesichtsschmerzen oder Migräne ermöglichen dem Kieferorthopäden die Funktionsanalyse und das Erstellen eines Funktionsstatus das Aufdecken einer eventuell durch Zahn- und Kieferfehlstellungen bedingten Ursache. Zur Erstellung des Funktionsstatus werden die Funktion der Lippen, der Zunge, der Muskulatur des Schluckvorgangs, der Atmung und der Sprachbildung analysiert. Nur wenn eine Zahn- und Kieferfehlstellung oder die Kaumuskulatur eindeutig als Ursache für die Beschwerden zugeordnet werden können, ist eine Therapie durch den Kieferorthopäden indiziert und erfolgt in der Regel mittels gelenkbezüglich hergestellter Aufbissschienen unter Zusammenarbeit mit speziell geschulten Physiotherapeuten.

3. Termin: Behandlungsplan und Kostenaufstellung

Bei diesem Termin wird die Auswertung der erstellten diagnostischen Unterlagen mit Ihnen / Ihrem Kind sehr ausführlich besprochen. Außerdem erhalten Sie von uns den ungefähren Behandlungsplan und die Kostenaufstellung für die kieferorthopädische Behandlung. Zu diesem Zeitpunkt kann Ihnen auch mitgeteilt werden, ob die vorliegende Fehlstellung der Zähne / Kiefer von der Invalidenversicherung oder KVG übernommen werden kann. Um Art und Schweregrad der Fehlstellungen bzw. Fehlbildungen sowie das Knochenwachstums- und Zahndurchbruchsstadium zum Zeitpunkt des Behandlungsbeginns zu beurteilen, muss der Kieferorthopäde am Anfang einer kieferorthopädischen Behandlung einen sorgfältigen Behandlungsplan erstellen.

Jede Behandlung muss sorgfältig geplant werden. Zu diesem Zweck werden verschiedene diagnostische Unterlagen wie digitale Röntgenbilder, Gesichtsfotos und Gipsmodelle der Kiefer hergestellt, analysiert und ausgewertet. Diese stellen die Grundlage für den Befund und den Therapieplan dar. Solche diagnostischen Unterlagen werden zudem erneut auch während und am Ende der Behandlung angefertigt um den Behandlungsverlauf und das Behandlungsergebnis kontrollieren und dokumentieren zu können bzw. Feinkorrekturen durchführen zu können.

4. Termin: Behandlungsbeginn

Bei diesem Termin erhalten Sie / Ihr Kind eine kieferorthopädische Apparatur eingesetzt und erklärt.